Von der Bodenständigkeit zur Erdverbundenheit.

Letztens wurde ich gefragt, ob es denn einen Unterschied zwischen Bodenständigkeit und Erdung gibt. Eine interessante Frage. Man denkt ja oft, ein bodenständiger Mensch ist gut geerdet – dem ist aber meistens nicht so. In unserer westlichen zivilisierten Welt schon mal gar nicht. Ebenso wird ein geerdeter Mensch häufig nicht gleich als bodenständig anerkannt.

Lass uns allerdings erst mal die Begrifflichkeiten klären, um nicht aneinander vorbeizureden. Mein Verständnis dieser Begriffe ist sicherlich sehr subjektiv und auch der allgemeine Sprachgebrauch ist sicherlich nicht objektiv. So freue ich mich, wenn du das Thema mitvertiefen möchtest und durch die Kommentarfunktion mitdiskutierst.

Bodenständigkeit

Ein bodenständiger Mensch läuft nicht so leicht in Gefahr, abzuheben oder sich von den Geschehnissen des Lebens umwerfen zu lassen. Er spürt den festen Boden unter den Füßen und ist damit auf eine Weise auch gut geerdet. Er ist gut verbunden mit der Materie – und zwar meistens zu sehr. Das heißt, es gibt für ihn nichts anderes als das, war er selbst mit seinen physischen Sinnen wahrnehmen kann. Das die menschlichen Sinne in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit sehr beschränkt sind, blendet er gerne aus. Die Funktion seines Wurzelchakra ist nicht zu schwach, sondern eher blockiert. Das heißt, dort ist zwar viel Energie, diese stagniert jedoch und das Wurzelchakre lässt keine wirkliche Öffnung zu. Deswegen fühlt er sich getrennt von der Erde und nimmt sich nicht als Teil des Großen Ganzen wahr.

Ein bodenständiger Mensch ist sehr auf seine Sicherheit bedacht und kann auch gut mit Geld umgehen. Er sorgt vor und seine Karriere ist ihm sehr wichtig. Bevor er ein Risiko eingeht, wägt er sehr gut ab. Sein Leben soll möglichst planmäßig verlaufen – in unsichere Gefilde wagt er sich nur selten vor. Typisch ist, dass er nicht seinem Herzen folgt, sondern nach seinem Verstand lebt – Herz und Verstand sind für ihn oft nicht zusammenzubringen. So lebt er oft ein seichtes Leben an der Oberfläche.

Erdung

Ein geerdeter Mensch hat vor allem eins: Urvertrauen.  Sein Wurzelchakra ist offen und arbeitet gut. Er lebt im Einklang mit der Natur und dem Leben – er spürt, das er zutiefst verbunden ist. Er bewohnt seinen Körper vollständig und hebt trotz tiefer spiritueller Erfahrungen (die gerade durch die Erdung erst ermöglicht werden) nicht ab. Auch wenn er erfolgreich ist, behält er sich eine gute Portion Bodenständigkeit und wird nicht leichtsinnig. Wenn das Leben ihn stark herausfordert, hat er dennoch das nötige Vertrauen, das alles gut ist wie es ist und lässt sich nicht umwerfen. Er weiß, das Leben sorgt für ihn und weiß genau, was er selbst zu tun hat. Er genießt das Leben mit allen Sinnen und lebt in der Fülle, obwohl er weiß, dass das nicht alles ist. Dabei hat Fülle für ihn nicht unbedingt etwas mit Geld zu tun – aber er hat eben auch kein großes Problem mit Geld.

Der große Unterschied

Es gibt vor allem ein Thema, das einen geerdeten Menschen von einem „nur“ bodenständigen Menschen unterscheidet: Das Gefühl von Sicherheit.

Ein allgemein als bodenständig bezeichneter Mensch tut alles dafür, um sich sicher zu fühlen. Er ist sehr auf seine äußere Sicherheit und finanzielle Absicherung bedacht.

Ein geerdeter Mensch fühlt sich sowieso sicher und braucht nichts mehr dafür tun. Er hat eine große innere Sicherheit, aus der er sein Urvertrauen gewinnt.

Auf diese Weise betrachtet, bildet die Begrifflichkeit von Bodenständigkeit und Erdung einen krassen Gegensatz.:

Ein bodenständiger Mensch wird von seinen Ängsten geleitet. Ein geerdeter Mensch wird von seinem Vertrauen ins Leben geleitet.

Die Verbindung von Bodenständigkeit und Erdung

Ein bodenständiger Mensch wird durch eine gute Erdung extrem bereichert und erst dann funktioniert das Wurzelchakra wirklich gut. Meistens geht der Weg gerade durch die Angst hindurch – aber die Erdanbindung hilft, sich dabei nicht zu verlieren. Dann findet er durch das Wurzelchakra eine sichere Stabilität und ein ungetrübtes Urvertrauen in das Leben. Was das alles bedeutet und welche Rolle der Beckenboden dabei spielt, erfährst du in meinem Artikel „Beckenboden -Tor zur Erdkraft“.

Gut geerdet ist ein spiritueller Mensch erst, wenn er eine gewisse Portion Bodenständigkeit erreicht hat (oder sich bewahrt hat) und auf der materiellen Ebene gut für sich sorgen kann. Frei von gefährlichem Sicherheitsdenken und selbstsüchtiger Bereicherung lebt er dann im Einklang mit der Erde –  ohne andere Menschen, Tiere oder die Natur auszubeuten. So sehe ich die Entwicklung einer geerdeten Spiritualität als eine der Hauptaufgaben der Menschen unserer Zeit. Bewusste Achtsamkeit ist der Schlüssel zum Frieden. Und der Frieden beginnt in dir selbst – wie ich schon in diesem Artikel beschrieben habe. Wenn du das vertiefen möchtest, hol dir am besten gleich meine kostenlose Meditationsanleitung.

Bodenständige und spirituelle Erdung durch Beckenboden-Yoga

Das feinstoffliche Muladhara Chakra (Wurzelchakra) hat seinen Sitz im physischen Beckenboden. Mit Beckenboden-Yoga haben wir eine wunderbare Möglichkeit, unser Wurzelchakra (ebenso aber auch unser Sakralchakra und das Kronenchakra) zu stärken.

Als Autorin des Buches „Beckenboden-Yoga entspannt“ habe ich mich jahrelang mit dem Thema Erdung und Beckenboden beschäftigt und liebe es, diese Erfahrungen weiterzugeben. Dieses Jahr besteht noch die Möglichkeit, an einem Wochenendseminar im Biohotel Guthaus Parin in  Ostsee-Nähe tiefer einzutauchen. Nähere Infos findest du hier.

Jederzeit Bodenständigkeit

Eine Mini-Übung sowohl für mehr Erdung als auch Bodenständigkeit kannst du jederzeit machen: Den Kontakt deiner Füße zum Boden spüren.
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Wo auch immer du bist, setze dich auf einen Stuhl oder stell dich hin und spüre deine Füße. Wie fühlt sich der Kontakt deiner Fußsohlen zum Boden an? Wie stehst oder sitzt du auf dem Boden? Also wie „boden-ständig“ bist du gerade?

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Namasté!

 

Erdung mit Beckenboden-Yoga

 

 

 

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Außerdem erhältst du schon bald die besten Übungen, um

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